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-  19.01.2012 - Über Erst- und zweitklassige Redner
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„Niemand kann behaupten, etwas von Politik zu verstehen, wenn er sich nicht einmal eine ganze Nacht um die Ohren geschlagen hat, um eine Rede für den folgenden Tag zu schreiben. Während die Welt schläft, geht der Redner bei Kerzenlicht rastlos auf und ab und fragt sich, welcher Wahnsinn ihn nur in diesen Beruf getrieben hat. Argumente werden entwickelt und wieder verworfen. Entwürfe für Eröffnungspassagen, Mittelteil und Schlussbemerkungen liegen verstreut auf dem Boden herum. Der erschöpfte Geist verweigert sich schließlich jeden weiteren klaren Gedanken, sodass - gewöhnlich eine bis zwei Stunden nach Mitternacht - der Zeitpunkt gekommen ist, an dem nur nicht eine einzige realistische Option in Frage zu kommen scheint: die Sache abzusagen und sich unter Vortäuschung einer Krankheit ins Bett zu verkriechen. Und plötzlich - getrieben von Panik, das Schreckbild der Demütigung schon vor Augen - fügen sich die Teile irgendwie zusammen, alles passt, und die Rede liegt fertig vor einem. Ein zweitrangiger Redner geht jetzt dankbar schlafen. Ein Cicero bleibt auf und fängt an, die Rede auswendig zu lernen.“

Aus: Robert Harris: Imperium S. 136 – Das Werk bildet den ersten Teil einer als Trilogie angelegten Biographie des römischen Anwaltes, Politikers und Redners Marcus Tullius Cicero. Als Ferienlektüre für Politikfans sehr zu empfehlen. (Bildnachweis: Cesare Maccari - Cicero beschuldigt Catilina im Senat der Verschwörung, 1888)
-  12.01.2012 - Die Ausschussthemen für das MEP 2012
img_0555__1326369995.jpgDie Ausschussthemen für das MEP 2012 stehen fest:

Auf unserem Seminar in der Jugendherberge am Wannsee haben die 16 Ausschussvorsitzenden gemeinsam mit den drei Präsidenten die Themen für die acht Ausschüsse festgelegt. Zuvor hatten sie sich alle bei Experten in Berlin über die jeweilige Thematik eine Überblick verschafft.
Die Fachreferenten waren:

Dina Fakoussa - Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
Christian Achrainer - Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
Dr. Joachim Vetter - Deutscher Ethikrat
Anne Freidank - Informationsbüro des Europäischen Parlaments
Dr. Ruth Brandt-Schock - Enercon GmbH
Christina Recker - Bundesrat
Jutta Croll - Stiftung Digitale Chancen
Robert Lüdecke - Amadeu Antonio Stiftung

Ihnen allen gilt unser herzlicher Dank für die gute Zusammenarbeit. Das MEP 2012 wird sich aus europäischer Perspektive vom 26.2. bis 1.3. mit folgenden Themen befassen:

Ausschuss 1 für Erweiterung:
Wie soll sich die EU in Bezug auf die krisenhaften Auseinandersetzungen in den westlichen Balkanstaaten verhalten? Inwiefern können diese Staaten Mitglieder der EU werden?
AV: Nicoletta Sabov - Sarah Gillenberg

Ausschuss 2 für Jugend und Demokratie:
Inwiefern kann die EU die Partizipation junger Menschen im gesellschaftlichen und demokratischen Leben fördern? Wie kann dabei ein möglichst breites Spektrum an Jugendlichen angesprochen werden? Wie können insbesondere die Jugendlichen dabei Einfluss auf die EU-Politik nehmen?
AV: Marcel Laue und Thomas Kosmider

Ausschuss 3 für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres:
Wie kann die EU mit rechtsextremistischen sowie rechtspopulistischen Strömungen umgehen? Kann und soll die EU eine einheitliche Stellung dazu einnehmen?
AV: Leu Huang und Jan Niklas Schönemann

Ausschuss 4 für Verbraucherschutz:
Identität und Anonymität im Internet: Inwiefern soll und darf von europäischen Bürgern im Sinne ihrer eigenen Sicherheit und Freiheit eine verifizierte Identität im Internet gefordert bzw. ihre Anonymität gewährleistet werden? Welche Sonderstellung nehmen dabei Jugendliche bzgl. ihres Alters ein?
AV: Moritz Guenther und Jan Willem Kothe

Ausschuss 5 für Forschung und Wissenschaft:
Inwiefern soll die EU Konflikte im Feld der Humangenetik gemeinschaftlich lösen? Wie sollte die EU im Bezug auf Präimplantationsdiagnostik (PID) und induzierter pluripotenter sowie embryonaler Stammzellenforschung reagieren?
AV: Billa Loske und Helge Inselmann

Ausschuss 6 für Energie und Umwelt:
Wie soll die zukünftige Energieversorgung in Europa gestaltet werden ? Besonderes Augenmerk soll dabei auf dem nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen liegen.
AV: Mike Schulz und Anahita Mousavi

Ausschuss 7 für Wirtschaft und Finanzen:
Welche Maßnahmen sollten ergriffen werden, um die Eurokrise zu überwinden und die finanzwirtschaftliche Stabilität der EU langfristig wiederherzustellen?
AV: Antonia Maurer und Moritz Wussing

Ausschuss 8 für Außenpolitik:
Wieweit sollte bzw. darf die EU in die Entwicklung von Tunesien und Ägypten eingreifen, um dort soziale, wirtschaftliche und politische Stabilität zu gewährleisten.
AV: Max Kaiser und Dominik Andrée

von Christopher Lucht
-  27.11.2011 - Du bist Mazedonien - Du bist Europa: Eine Woche internationales MEP in Skopje.
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Es ist Sonntag, der 30.10. , 3.30 Uhr. Mein Wecker klingelt.
Die Welt schläft noch als ich mit quietschenden Kofferrollen die nächtliche Stille durchbreche und mich auf den Weg zum Flughafen mache. Reiseziel: Skopje, eine Stadt, dessen Namen ich zuvor noch nie in Verbindung mit Mazedonien gebracht habe.
600 000 Einwohner, Hauptstadt von Mazedonien, größte Stadt des Landes, viel mehr konnten mir Wikipedia und mein Kurzzeitgedächtnis nicht auf den Weg geben. Es ist eine Reise ins Ungewisse, die ich an jenem Morgen antrete, eine Reise, die ich jedoch mit neun weiteren Schülern aus ganz Deutschland nicht alleine bestreiten muss. Denn anders als in den Jahren zuvor, kann Deutschland dieses Mal 10 Schüler nach Mazedonien schicken, wovon fünf ihr eigenes Land vertreten und fünf die tschechische Republik. Fast alle treffe ich in Wien, von wo aus wir gemeinsam nach Skopje weiterfliegen. Bereits am Gate schließen wir erste Bekanntschaften mit den Delegationen aus Italien und Österreich. Unser Schulenglisch wird ausgepackt, die Vorfreude steigt.

In Skopje selbst angekommen werden wir zur ausrichtenden American International School „NOVA“ gefahren, wo unsere Gastfamilien auf uns warten. Zum ersten Mal dürfen wir Zeuge der mazedonischen Mentalität werden, die sich durch eine außergewöhnliche Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit auszeichnet und welche viele positive Erinnerungen hinterlassen und zu der ein oder anderen Träne führen wird.

Der nächste Tag bricht an. Während meine Freunde in Deutschland wohl gerade auf dem Weg zur Schule sind, richte ich den Kragen meiner Bluse, streiche die Falten aus meiner Anzugshose und werfe einen letzten Blick in den Spiegel: Der Kapuzenpulli ist einem Jackett gewichen, das Schülerleben abgelegt. Spätestens jetzt bin ich in einer neuen Woche MEP angekommen.
Die Eröffnungszeremonie findet in der Congress Hall der mazedonischen Regierung statt, wo unter anderem auch der Bürgermeister persönlich ein Grußwort hält. Es folgen unzählige Ländervorstellungen; ein geografischer, kultureller und politischer Kurztrip durch ganz Europa.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen verbringen wir den Nachmittag in unseren Ausschüssen. Nach kurzen Kennenlernrunden wird die Stadt erkundet. Besonders die ca. 24 m hohe Bronzeabbildung von Alexander dem Großen imponiert den europäischen Schülern. Sie wird nicht nur als Profilbildhintergrund fungieren sondern auch als Ort der Gemeinschaft, der über die nächsten Tage hinweg immer wieder alle Delegierte zusammenführen wird.

Wie der DIENSTag bereits ankündigt, trete ich am Morgen ca. acht Stunden Resolutionsarbeit entgegen. Während ich mich in den Tiefen der Eurokrise verliere, diskutieren die anderen Ausschüsse über Medienfreiheit, Nationalismus, Klimawandel, Emissionshandel, Freizügigkeit der Arbeitskräfte, Außendarstellung der EU, Bildungssysteme, Parität der Geschlechter und Entwicklungspolitik. Unterlegt wurden die Themen durch passende Tagungsorte, wie dem Finanzministerium, dem Verteidigungsministerium, Stopanska Bank und dem Sekretariat für europäische Angelegenheiten.
Nach einem anstrengenden Tag folgt die deutsche Delegation der Einlandung der deutschen Botschaft. Zusammen mit zwei Mitarbeitern der deutschen Botschaft dürfen wir am Abend gemeinsam in den Genuss der traditionellen mazedonischen Küche kommen.

Auch der Mittwoch lässt weder Zeit zum Ausschlafen, noch zum Energietanken. Die Zeit drängt, denn die Resolutionen müssen bereits am Nachmittag eingereicht werden. Auch an diesem Abend unternimmt die deutsche Delegation etwas gemeinsam. Nach einem mexikanischen Essen geht es weiter zu einer von den mazedonischen Schülern organisierte Feier. Von jetzt auf gleich werden wir in die Kultur hineingeworfen. Während im Hintergrund mazedonische Lieder live performt werden, tanzen sie um mich herum einen traditionellen Volkstanz. Jemand greift meine Hände und auch ich gerate in den Sog der Euphorie und der Freude. Und in diesem Moment geht es nicht um den richtigen Tanzschritt, die richtige Ausdrucksweise oder die beste Rede, es geht um Menschlichkeit, Spaß und das Gemeinschaftsgefühl. Es sind genau diese Momente, an die wir uns zurückerinnern, die uns im Gedächtnis bleiben.

Doch die Reise soll noch weitergehen. Am Donnerstag erreichen wir nach einer circa dreistündigen Busfahrt die Weltkulturerbestadt Ohrid am Ohridsee. Alle 165 Schüler erkunden die wunderschöne Altstadt, die Kirchen und Moscheen und die Festung, von welcher man einen atemberaubenden Blick auf die gesamte Landschaft und das angrenzende Wasser hat. Gemeinsam mit unserer Delegation genießen wir die Ruhe am See bei einem kleinen Mittagessen bevor wir uns dem MEP-Stress wieder beim Lobbying in einem Hotel zuwenden müssen. Einige versuchen ihre Resolution möglichst überzeugend zu präsentieren, während andere derweil hektisch durch den Saal laufen und nach Unterstützung für Textänderungsanträge suchen, ein nervlicher Drahtseilakt für alle Anwesenden. Selbst auf der Rückfahrt werden zwischen schlummernden Delegierten hitzige Diskussion weitergeführt.

Nach einer kurzen Nacht voller Internetrecherchen, Redeentwürfen und regem E-mail-Verkehr steht uns allen nun zwei Tage Plenarversammlung bevor. Die Resolutionen werden von der einen Seite stark angegriffen, von der anderen gut verteidigt, sodass letztendlich sechs von zehn Resolutionen angenommen werden. Doch geht es auch in dieser Situation nicht darum die größte Zustimmung zu erlangen, sondern um eine intensive Auseinandersetzung mit dem Ausschussthema, um die Bereitschaft Kompromisse einzugehen und um ein einheitliches, gestärktes Auftreten gegenüber dem Plenum.
Es ist allein hochinteressant zu beobachten, wie 24 länderspezifische Meinungen, 24 europäische Sichtweisen unter einem Dach aufeinanderprallen.
Als am Samstag Nachmittag das MEP für beendet erklärt wird, fließen bereits die ersten Tränen. Der Abschied naht und wir sind uns alle einig, dass die vergangene Woche viel zu schnell an uns vorübergezogen ist. Erst jetzt beginnen wir allmählich zu realisieren, was wir die letzten Tage erleben durften.
Die letzten gemeinsamen Stunden verbringen wir auf der Abschiedsparty. Es wird getanzt, gelacht und jede Menge Erinnerungsfotos geschossen.
Es sind Menschen, die ich meine Freunde nennen kann, welche ich jetzt hinter mir lassen muss.
Menschen, mit denen ich bleibende Erinnerungen teilen darf.
Menschen, die mir Europa nicht nur politisch sondern vor allem persönlich näher gebracht haben.

Mit 13 Stunden Verspätung des Fluges trennen sich dann auch in Wien die Wege unserer Delegation. Jeder fliegt in einer anderen Richtung dem Alltags- und Schulleben wieder entgegen.
Was bleibt sind Erinnerungen, Freundschaften und definitiv ein Europagefühl.

von Antonia Maurer
-  27.11.2011 - Europa kriselt - das MEP nicht
strukturierter_dialog__1322471626.jpg„Europa kriselt, steht vor dem Auseinanderbrechen, der Euro ist sowieso bereits tot, er war ja ohnehin nur eine schwächelnde Frühgeburt.“ Wenn man sich nur auf die von den Medien vermittelte Wirklichkeit stützt, dann sieht es wirklich schlimm um Europa aus. Aber es gibt zumindest eine europäische Bastion, die sich diesem endlosen Krisenpalaver mutig entgegenstellt. Das MEP. Es wird in rund vier Monaten, vom 27.2. bis 4.3.2012 in Berlin tagen, und zwar mit 160 Jugendlichen aus drei europäischen Ländern. Allerdings nur, wenn die EU dann noch existiert. Aber so lange muss sie noch durchhalten, dann werden wir alle gemeinsam daran arbeiten, Europa zu retten. Denn erfreulicherweise sind wir auch im kommenden Jahr wieder Teil des EU-Programms Jugend in Aktion. Unser Antrag in der Linie „Begegnungen junger Menschen mit Verantwortlichen für Jugendpolitik“ (unter Fachleuten auch „SD-Strukturierter Dialog“ genannt) war erfolgreich.

Das bedeutet in der Praxis, dass Ihr wieder mehr Möglichkeiten zur Mitsprache erhaltet: Die AV´s und Präsidenten werden die Themen der acht Ausschüsse auf einem Workshop in Berlin-Wannsee Anfang Januar 2012 selbst auswählen. Dabei beziehen sie sich auf die Vorschläge, die aus den 16 beteiligten Schulen in den kommenden Wochen bei uns eingehen werden. Dabei steht ein Thema allerdings bereits fest, nämlich die Beteiligung junger Menschen am demokratischen Leben in Europa“. Denn das hat bei den europäischen Jugendministern z.Z. Priorität Außerdem werden sie sich im Thema „Europäische Jugendpolitik“ schlau machen, damit sie ihre Erkenntnisse an die 128 Delegierten weitergeben können.

Hinter dem etwas sperrigen Begriff, Strukturierter Dialog, steckt die ganz plausible Idee, dass Jugendliche nämlich mit politischen Entscheidungsträgern ins Gespräch kommen sollen, und zwar nicht einfach nur zufällig und planlos sondern gewollt, geplant, eben strukturiert. Das bedeutet, dass die MEP-Diskussionsrunde mit den Europaabgeordneten und das MEP selbst nicht einfach nur stattfinden, sondern eingebunden sind in eine übergeordnete deutschlandweite und europäische Struktur. Die Ergebnisse, die beim MEP produziert werden, z.B. in Form von Resolutionen, werden von uns gesammelt, an die nationale EU-Agentur „Jugend für Europa“ weitergeleitet, dort ausgewertet und in den europäischen Meinungsbildungsprozess eingespeist. Das soll sicherstellen, dass die Stimme der Jugend auf europapolitischer Ebene auch wirklich gehört und berücksichtigt wird. Wer mehr zum „Strukturierten Dialog“ wissen will, dem seien hier die einschlägigen Webseiten www.jugend-in-aktion.de sowie www.strukturierter-dialog.de wärmstens empfohlen.

Und weil die Diskussionen mit Politikern nicht nur beim MEP im Bundesrat erfolgen sollen, sondern in allen beteiligten Schulen, sollt Ihr zur Vor – oder Nachbereitung des MEP lokale Jugend- und / oder Europapolitiker mit einbeziehen. Das bedeutet zwar auch wieder mehr Arbeit. Aber so ein Gespräch eröffnet viele neue Möglichkeiten, Einsichten und Perspektiven. Diese gilt es zu nutzen. Also viel Spaß bei der Durchführung dieser Gespräche und bei der Vorbereitung auf das MEP 2012.
-  27.11.2011 - Besuch des Landtages am 11. Mai 2011
p1020483__1322422258.jpgAm 11. Mai besuchten wir, die Teilnehmer des MEP 2011 von der Kieler Gelehrtenschule, den schleswig-holsteinischen Landtag. Dort wurden uns zuerst große Teile des Landtages von Frau Wiese-Krukowska, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, gezeigt und erklärt. Anschließend diskutierten wir im Plenarsaal generelle, aber auch spezielle Fragen mit Bernd Voß, Abgeordneter der Grünen und Ausschussvorsitzender des Europaausschusses im schleswig-holsteinischen Landtag.

Als alle Fragen geklärt waren, ging es zu einer Ausschusssitzung des Europaausschusses. Wir saßen als Zuschauer im Hintergrund und erlebten mit, wie Tagesordnungspunkte gestrichen, geändert, verschoben oder abgearbeitet wurden. Teilweise war es ein wenig irritierend, da gefühlt fast die Hälfte aller Tagesordnungspunkte aus verschiedenen Gründen verschoben wurde. Es war aber interessant zu erleben, wie die einzelnen Punkte diskutiert wurden. Zunächst kam bei jedem Thema ein Experte zu Wort und berichtete über die aktuelle Situation. Beispielsweise wurde über das Umsetzen der europäischen Kulturstrategie in Schleswig-Holstein diskutiert. Der Bildungsminister Dr. Klug unterstrich dabei die Bedeutung der Kultur für den europäischen Einigungsprozess. Auf die Forderungen von Seiten der SPD, die interkulturellen Kompetenzen und die Mobilität von Künstlern im Kulturbereich stärker zu unterstützen, erwiderte Dr. Klug, dass die Förderung der interkulturellen Kompetenzen inzwischen in jedem Schulprogramm aufgegriffen sei und dass es auch bereits grenzüberschreitende Musik- und Kulturprogramme gebe.

Wir waren sehr erstaunt, dass es in einer wirklichen Ausschusssitzung viel lockerer und wenig formeller zugeht als beim Modell Europa Parlament. Und ein weiterer deutlicher Unterschied zwischen einer Ausschusssitzung des Modell Europa Parlament und einer echten Europaausschusssitzung wurde sichtbar: Während die Ausschussmitglieder im Modell Europa Parlament häufig ähnlicher Meinung waren, treffen in einer echten Ausschusssitzung Mitglieder der Regierungs- und Mitglieder der Oppositionspartei aufeinander, welche oft völlig unterschiedliche Standpunkte zu den Themen vertreten, was zu viel mehr Unstimmigkeiten führt.

Zum Abschluss unseres Besuches wurden noch ungeklärte Fragen mit Frau Wiese-Krukowska geklärt und es gab einen kleinen Imbiss. Alles in allem war es eine sehr interessante Erfahrung, Politik so hautnah zu erleben und zu erkennen, dass es in Wirklichkeit ein im Vergleich zum MEP viel schwierigerer Prozess ist, politische Entscheidungen zu treffen.

von Anne Nachtigal, Carl von Behr, Dominik Andree, Nick Schlomka und Clara-Sophie Thies
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